Hinweis: Texte (Quelle:Wikipedia)
Jena ist eine
deutsche Universitätsstadt in Thüringen. Sie liegt an der Saale zwischen
reizvollen Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte. Sie ist nach Erfurt und Gera
die drittgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Freistaats Thüringen
und hat den Status einer kreisfreien Stadt.
Große Bekanntheit erlangte Jena durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena,
die mit über 20.000 Studenten die größte Universität Thüringens ist und bereits
1558 gegründet wurde. Jena begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer
Industriestadt zu entwickeln. Sie war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum der
deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen von Carl
Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern war seinerzeit auch
das größte Kombinat der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wandelte
sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum und gilt heute
als einer der Leuchttürme in Ostdeutschland und verfügt heute über eine relativ
geringe Arbeitslosenrate. In Jena haben heute auch zahlreiche Forschungslabors
und Institute ihren Sitz. Das 159 Meter hohe Universitätshochhaus (heute
JenTower) ist das höchste Bürogebäude der neuen Bundesländer.
Am 21. März 2007 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Jena
den Titel "Stadt der Wissenschaft" des Jahres 2008.
Geografie
Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten
Muschelkalk- und Sandsteinhängen (geologische Phänomene sind unter anderem die
Teufelslöcher und die Studentenrutsche). Auf ihnen kommen zahlreiche z. T.
seltene Orchideenarten vor. Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7
km und von Ost nach West 12,2 km. Folgende größeren Städte liegen in der Nähe
von Jena: Gera, ca. 35 km östlich, Erfurt, ca. 40 km westlich, Weimar, ca. 15 km
westlich, Naumburg (Saale), ca. 33 km nordöstlich, Halle (Saale), ca. 70 km
nordöstlich, Leipzig, ca. 75 km nordöstlich und Chemnitz, ca. 94 km östlich,
Rudolstadt, ca. 30 km südlich.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Jena. Sie werden im Uhrzeigersinn
beginnend im Norden aufgeführt:
* im Saale-Holzland-Kreis: Lehesten (mit Altengönna), Neuengönna (mit
Porstendorf), Golmsdorf (mit Beutnitz), Jenalöbnitz und Großlöbichau (alle
Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg), Rabis, Fraitsch und Gröben (gehören
zu Schlöben, erfüllende Gemeinde ist Bad Klosterlausnitz), Laasdorf, Zöllnitz,
Rutha-Sulza, Rothenstein, Dürrengleina und Zimmritz (gehören zu Milda), Bucha
(mit Pösen, Oßmaritz, Nennsdorf, Coppanz - alle Verwaltungsgemeinschaft
Südliches Saaletal)
* im Landkreis Weimarer Land: Döbritschen, Großschwabhausen und Hohlstedt (alle
Verwaltungsgemeinschaft Mellingen) und Saaleplatte (mit Großromstedt,
Kleinromstedt und Hermstedt)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Jenas ist in insgesamt 41 statistische Bezirke eingeteilt. Die
Verwaltung der Stadt Jena ist in die Kernstadt und 23 Ortschaften im Sinne von
§ 45 der Thüringer Kommunalordnung unterteilt. Diese Ortschaften wurden durch
die Hauptsatzung der Stadt Jena eingerichtet. Dabei handelt es sich meist um
räumlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbständige Gemeinden
waren. Für jede Ortschaft gibt es einen vom Volk anlässlich einer
Bürgerversammlung gewählten Ortschaftsrat. Vorsitzender ist der ebenfalls vom
Volk gewählte Ortsbürgermeister.
Die statistischen Bezirke der Stadt Jena: Ammerbach Ort, Beutenberg/Winzerlaer
Straße, Burgau Ort, Closewitz, Cospeda, Drackendorf, Drackendorf/Lobeda-Ost,
Göschwitz, Ilmnitz, Isserstedt, Jena-Nord, Jena-Süd, Jena-West, Jena-Zentrum,
Jenaprießnitz, Krippendorf, Kunitz, Laasan, Lichtenhain Ort, Leutra,
Lobeda-Altstadt, Lobeda-Ost, Lobeda-West, Löbstedt Ort, Lützeroda, Maua,
Mühlenstraße, Münchenroda, Nord II, Remderoda, Ringwiese Flur Burgau,
Vierzehnheiligen, Wenigenjena/Kernberge, Wenigenjena Ort, Wenigenjena/Schlegelsberg,
Winzerla, Wogau, Wöllnitz, Ziegenhain Ort, Ziegenhainer Tal und Zwätzen.
Geschichte
Mittelalter
Jena wurde erstmals 1182 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener
Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem 9.
Jahrhundert genannten Siedlung Jani wird von einer Reihe von Historikern in
Zweifel gezogen. Eine andere Theorie besagt, dass sich die Nennung aus dem 9.
Jahrhundert auf das heutige Wenigenjena bezieht, da dort umfangreiche
Siedlungsfunde aus dem 8. und. 9. Jahrhundert im Bereich der Schillerkirche
entdeckt wurden. In lateinischen Texten wird Jena das Athen an der Saale (Athenae
ad Salam) genannt.
Die seit dem 12. Jahrhundert als Besitzer von Jena nachzuweisenden Herren von
Lobdeburg erhoben um 1230 den Ort zur Stadt, die bald danach ummauert wurde,
ihre Selbstverwaltung unter dem 1275 bezeugten Rat ausbaute, im 14. Jahrhundert
das Schultheissenamt, 1365 die Niedergerichte und 1429 die Obergerichte an sich
brachte. Der schnell aufblühende Weinbau brachte der Bürgerschaft guten Gewinn.
1286 errichteten die Dominikaner ihr Kloster, 1301 entstand bei der
Michaeliskirche das Zisterzienserinnenkloster.
Mit Schwächung der Lobdeburger traten die Grafen von Schwarzburg und Wettiner in
Erscheinung. Bis 1331 gelangten die Wettiner in den Vollbesitz der Stadt und
1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1414 entstand das
Karmelitenkloster. Städtischer Wohlstand äußerte sich in den Neubauten der
Michaeliskirche seit 1380/90 und des Rathauses am Ende des 14. Jahrhunderts.
Seit 1423 gehörte Jena zum Kurfürstentum Sachsen, da die Wettiner nach dem
Aussterben der Askanier die Kurwürde erhielten. Auch mit der Leipziger Teilung
1485 verblieb Jena im ernestinischen Kurfürstentum Sachsen.
Frühe Neuzeit
Die Reformation begann 1523 mit dem radikalen Theologen Martin Reinhardt, der
nach Martin Luthers Eingreifen 1524 vertrieben wurde. 1525 zerstörten Bauern und
Teile der Stadtbewohner das Karmeliterkloster und verwüsteten das
Dominikanerkloster. Durch die Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1546/47,
verloren die Ernestiner die Kurwürde. Jena gehörte von nun an zum Herzogtum
Sachsen. Infolgedessen wurde als Ersatz für die verlorengegangene Universität
Wittenberg im Jahre 1548 die Hohe Schule im Dominikanerkloster in Jena
gegründet, aus der 1558 die Universität Jena hervorging.
Mit dieser für die weitere Stadtentwicklung entscheidenden Einrichtung war seit
1566 der für die Rechtsprechung in ganz Thüringen bedeutsame Schöppenstuhl und
ein Hofgericht verbunden. Auch der seit Anfang des 16. Jahrhunderts betriebene
Buchdruck blühte in Verbindung mit der Universität auf und verschaffte im 17.
Jahrhundert der Stadt den zweiten Platz hinter Leipzig. Die Universität blieb
auch nach der Landesteilung 1572 unter gesamternestinischer Schirmherrschaft,
während die Stadt dem Herzogtum Weimar zufiel.
Für kurze Zeit (1672-1690) wurde Jena Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums
Sachsen-Jena, dessen Herzöge im 1471 erwähnten, 1662 erweiterten Schloss wohnten
und dessen Zentralbehörden zum Teil bis 1809 in der Stadt arbeiteten. Nach dem
Tod des Herzogs von Sachsen-Jena (1692) kam die Stadt an die ernestinische Linie
Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das im 19.
Jahrhundert zum Großherzogtum erhoben wurde (Großherzogtum Sachsen), bei dem es
bis 1918 verblieb.
In den theologischen Lehrstreitigkeiten des späten 16. Jahrhunderts war die
Universität Mittelpunkt der lutherischen Orthodoxie (Matthias Flacius), nach dem
Dreißigjährigen Krieg erlebte sie eine Blütezeit und stand mit 1.800 Studenten
zwischen 1706 und 1720 an der Spitze aller deutschen Universitäten. Die
Barockzeit äußerte sich in prächtigen Bürgerbauten, vom herzoglichen Hof gingen
Anregungen auf die Kunst- und Musikpflege aus, 1570 begannen das Collegium
Musicum zu wirken, das nach der 1769 erfolgten Reorganisation ab 1770 bis zum
20. Jahrhundert die Akademischen Konzerte veranstaltete.
Der Rückgang des Weinbaus, der Studentenzahl und des Buchdrucks verursachten im
18. Jahrhundert einen Niedergang der städtischen Wirtschaft, 1788 wurden die
Finanzen der Stadt unter Zwangsverwaltung gestellt. Unter der Regierung des
Herzogs Carl August 1775 bis 1828 und seines Ministers Johann Wolfgang Goethe
gewann der neue Geist Weimars auch auf Jena Einfluss und führte eine zweite
Blütezeit der Universität herbei. Goethe widmete ihr sein amtliches und
persönliches Interesse, hier schloss er 1794 Freundschaft mit Friedrich
Schiller, der seit 1794 als Professor wirkte und bis 1799 in Jena wohnte.
1794 wurden Johann Gottlieb Fichte und 1798 Friedrich Wilhelm Joseph Schelling
berufen, 1801/07 lehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel hier, so dass Jena ein
Hauptort der deutschen idealistischen Philosophie wurde, in dem auch die
literarische Richtung der älteren Romantik mit August Wilhelm Schlegel, seiner
Frau Caroline Böhmer-Schlegel-Schelling, Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck,
Clemens Brentano und Friedrich von Hardenberg eine hervorragende Pflegestätte
fand. Die 1785 bis 1803 in Jena erscheinende "Allgemeine Literatur-Zeitung"
erhöhte den Ruf der Stadt, die Universität stand im Ruf besonderer Liberalität,
doch sank ihr Ruhm seit 1800 schnell infolge des Weggangs berühmter Lehrer (1799
Entlassung Fichtes).
19. Jahrhundert
Am 14. Oktober 1806 bekämpfte Napoléon siegreich die preußischen und
sächsischen Armeen in der Doppel-Schlacht bei Jena und Auerstedt. Die auf den
Höhen vor der Stadt geschlagene Schlacht verursachte der Stadt und der
Universität schwere Schäden. Gegen das Napoleonische Joch regte sich in Jena
starker Widerstand besonders unter den Studenten, die 1813 in Scharen in das
Lützowsche Freikorps eintraten.
"Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813", gemalt vom Schweizer
Maler Ferdinand Hodler für die Universität Jena im Jahre 1908
"Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813", gemalt vom Schweizer
Maler Ferdinand Hodler für die Universität Jena im Jahre 1908
1815 wurde in Jena die Urburschenschaft gegründet, die Pressefreiheit im
Weimarischen Staat gab Gelegenheit zum Kampf für die nationale Einheit, das
Wartburgfest 1817 ging wesentlich von der Universität Jena aus und erregte das
Misstrauen konservativer deutscher Regierungen, denen die Ermordung August von
Kotzebues durch Karl Ludwig Sand, einen Jenaer Theologiestudenten, 1819 einen
willkommenen Anlass zu verstärktem Druck bot, den auch die Universität Jena in
Gestalt eines 1819 eingesetzten Kurators, durch Einschränkung der Pressefreiheit
und Auflösung der Burschenschaft zu spüren bekam.
Als wirtschaftliche Grundlage ist in der Neuzeit vor allem die Universität
anzusehen. Daneben brachten Feld-, Wein-, Garten- und Hopfenanbau und der
Buchdruck Gewinn. Nach 1800 entstanden kleinere gewerbliche Betriebe, eine 1820
errichtete Kammgarnspinnerei hatte 1840 als einziges Unternehmen mehr als 100
Beschäftigte, es führte 1864 die Dampfmaschine ein. 1830 zählte Jena 5.491
Einwohner. Durch den Bau der Saalbahn von Großheringen nach Saalfeld 1874 und
der Linie Gera-Weimar 1876 wurde die Stadt ein Verkehrsknotenpunkt. 1843 wurde
eine Pianofortefabrik, 1859 eine Ofenfabrik, 1886 eine Zementfabrik, 1895 eine
Messwerkzeugfabrik errichtet.
Aus der von Carl Zeiss 1846 gegründeten optischen Werkstätte, die 1860 erst 20
Mitarbeiter hatte, ging unter maßgeblicher Mitwirkung von Ernst Abbe die seit
1880 in eigenen Fabrikgebäuden arbeitende Weltfirma der Feinmechanik und Optik
hervor, die durch Zusammenarbeit mit Otto Schott in dem seit 1884 aufgebauten
Glaswerk einen wesentlichen Impuls für ihren Aufstieg erhielt. 1886 wurde das
10.000 Mikroskop angefertigt. Die Gewinne der 1889 errichteten
Carl-Zeiss-Stiftung kamen in hohem Masse der Universität zugute, die zu jener
Zeit in dem Zoologen Ernst Haeckel einen ihrer berühmtesten Lehrer besaß, an der
1841 Karl Marx promovierte und die 1908 ein anstelle des ehemaligen Schlosses
erbautes neues Hauptgebäude beziehen konnte.
Die Studentenzahl stieg von 500 zwischen 1800 und 1880 auf 2.000 im Jahre 1914,
besonders die naturwissenschaftlichen und medizinischen Institute wurden
ausgebaut. Die Verlage Gustav Fischer (1878) und Eugen Diederichs (1896)
bereicherten das geistige Leben. 1879 nahm als Nachfolger des 1817
eingerichteten Oberappellationsgerichts das Oberlandesgericht für alle
thüringischen Staaten seine Geschäfte auf (Neubau 1880).
Entwicklung ab 1900
Am 19. März 1901 wurde das städtische Elektrizitätswerk eröffnet, und am 1.
April 1901 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme der Straßenbahn. Mit der
Vereinigung der thüringischen Staaten 1920 wurde Jena Teil des Landes Thüringen,
die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entstand der Landkreis Jena. Am 1.
November 1934 erfolgte die Gründung des "Städtischen Sinfonieorchesters".
Während der Novemberpogrome 1938 kam es in der Stadt zu antijüdischen
Ausschreitungen, jüdische Geschäfte wurden boykottiert und das Leben der
jüdischen Bevölkerung erheblich erschwert.
Im Zweiten Weltkrieg richteten alliierte Bombenangriffe besonders im Februar und
März 1945 zahlreiche Zerstörungen an. Beim Beschuss der Stadt durch
US-amerikanische Artillerie am 11. April 1945 starben 40 Menschen. Am 13. April
1945 besetzten US-amerikanische Truppen kampflos die Stadt, am 1. Juli 1945
zogen die Einheiten der sowjetischen Armee ein. Bei Kriegsende waren etwa 15
Prozent der Stadt zerstört und 800 Menschen bei den Luftangriffen gestorben.
Im Zuge des nun einsetzenden Wiederaufbaus nahm am 15. Oktober 1945 die
Universität Jena als erste deutsche Universität den Lehrbetrieb wieder auf. 1946
wurden die Firmen Zeiss und Schott zu 94 Prozent demontiert und über 300
Spezialisten aus beiden Werken in die UdSSR gebracht, um die Werke dort neu
aufzubauen. 1950 wurde der pharmazeutische Großbetrieb "Jenapharm" gegründet.
Während der DDR-Zeit gehörte die Stadt von 1952 bis 1990 zum Bezirk Gera.
Beim Volksaufstand des 17. Juni 1953 kam es zu Protesten von etwa 30.000 Bürgern
der Stadt gegen Maßnahmen der DDR-Regierung. Die Demonstranten forderten freie
Wahlen und die deutsche Einheit sowie den Rücktritt der Regierung. Um die
Proteste niederzuschlagen, trafen sowjetische Panzer in der Stadt ein. Der
Ausnahmezustand wurde verhängt und mehrere 100 Menschen verhaftet. Am 18. Juni
1953 erfolgte im Gebäude der sowjetischen Kommandantur in Weimar die Hinrichtung
des 1927 in Jena geborenen Schlossers Alfred Diener. Er hatte mit zwei
Delegierten der Kohlearbeiter im Büro des Ersten Sekretärs der SED-Kreisleitung
die Forderungen der Demonstranten vorgetragen.
1957 erfolgte die Einführung der Großblockbauweise auch in Jena. Zwischen 1965
und 1975 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-West. Mit der Neugestaltung des
Stadtzentrums ab 1968 wurde die historische Innenstadt um den Eichplatz
abgerissen und das Hochhaus der Universität errichtet. Im selben Jahr erfolgte
die Gründung des Jenaer Madrigalkreises, Kammerchor der Jenaer Philharmonie.
1969 erhielt das "Sinfonieorchester Jena" den Namen "Jenaer Philharmonie".
Zwischen 1971 und 1983 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-Ost.
1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch
Jena zur 14. Großstadt der DDR wurde. 1986 erfolgte die Fertigstellung des
Wohngebietes am Rähmen. Mitte der 1970er Jahre wurde Jena zu einem bedeutendem
Zentrum der demokratischen Opposition und des Widerstands in der DDR. Während
der Wende in der DDR fand 1989 auf dem Zentralen Platz bei einem Bürgerforum mit
rund 40.000 Teilnehmern die gröte Demonstration in der Geschichte Jenas statt.
Bei der Kreisreform zum 1. Juli 1994 wurde der Landkreis Jena Teil des
Saale-Holzland-Kreises.
Eingemeindungen
Siehe auch Liste der Eingemeindungen in die Stadt Jena
Seit 1909 wurden zahlreiche Gemeinden und Gemarkungen nach Jena eingemeindet. Im
Jahr 1900 betrug der Gebietsstand der Stadt 1.323,2 ha. Seit den letzten
Eingemeindungen von 1994 umfasst das Stadtgebiet 11.421,6 ha. Die letzten
Eingemeindungen 1994 erfolgten aufgrund von § 23 des Neugliederungsgesetzes in
Thüringen. Bei den seinerzeit eingegliederten Orten handelt es sich nur
teilweise um selbständige Gemeinden. Alle eingegliederten Orte (außer
Isserstedt) hatten zuvor schon ein oder mehrere Nachbargemeinden aufgenommen,
und zwar Cospeda die Gemeinden Lützeroda und Closewitz, Drackendorf die Gemeinde
Ilmnitz, Krippendorf die Gemeinde Vierzehnheiligen, Kunitz die Gemeinde Laasan,
Münchenroda die Gemeinde Remderoda, Maua die Gemeinde Leutra und Jenaprießnitz
die Gemeinde Wogau.
Wüstungen
Neben den heute noch existierenden Ortsteilen gab es auf dem heutigen
Stadtgebiet Jenas eine Vielzahl von Orten, die heute nicht mehr existieren,
sogenannte Wüstungen. 1. Proschitz 2. Krolip 3. Kötschen 4. Schondorf 5. Ziskau
6. Rödel 7. Schichmannsdorf 8. Krotendorf 9. Schetzelsdorf 10. Nollendorf 11.
Hodelsdorf/auf dem Sande 12. Zweifelbach 13. Leutra 14. Nobis 15. Wüstenwinzerla
16. Dürrengleina 17. Niederleutra 18. Hirschdorf 19. Selzdorf 20. Clöchwitz 21.
Büsitz 22. Schlendorf 23. Benndorf 24. Wenigenkunitz 25. Gaberwitz 26.
Kalthausen 27. Möbis
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Siehe auch Einwohnerentwicklung von Jena
1975 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Jena die Grenze von 100.000,
wodurch sie zur Großstadt wurde. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl mit 108.010
ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR blieb die
Einwohnerzahl von Jena - im Gegensatz zu vielen anderen Städten in
Ostdeutschland - relativ stabil und schwankt um die Grenze von 100.000. Am 30.
Juni 2006 betrug die "Amtliche Einwohnerzahl" für Jena nach Fortschreibung des
Thüringer Landesamtes für Statistik 102.201 (nur Hauptwohnsitze und nach
Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Religionen
Vor der Christianisierung der Gegend um Jena lebten hier im 3.-6. Jh. die
Thüringer, welche aus mehreren Stämmen zu einem Stammesverband verschmolzen
sind. Durch die vielfältigen Kontakte mit Rom und dem Ostgotenreich kam es
frühzeitig zu Einflüssen des Christentums, zumindest auf die Adelsgeschlechter.
Vorrangig wurde dem arianischen Christentum nachgegangen. In einigen Gebieten
lassen sich noch ältere Kulte, die aus dem römischen Reich übernommen wurden,
nachweisen (Dianakult usw.). Die Thüringer hingen zunächst nordischen Göttern
an. Dieser Glaube war bis ins 8. Jh. vorherrschend für das Gebiet, in dem später
Jena entstand. Hinzu kamen im 7. Jh. die slawischen Einwanderer, die ihre
Gottheiten mitbrachten und Tempel errichteten. Erst mit der Mission des
Bonifacius wurde schließlich das Christentum in der Gegend eingeführt. Erste
Pfarreien sind westlich von Jena im Raum Erfurt/Arnstadt im 8. Jh. nachweisbar.
Eine Festigung des römisch-katholischen Glaubens fand aber erst im 10. Jh.
statt.
Die Bevölkerung des Gebietes um Jena gehörte ursprünglich ins eigens dafür
geschaffene Bistum Erfurt. Dieses hatte allerdings nicht lange Bestand. Somit
kam die Gegend an das Bistum Mainz. Das es vorher ältere Kirchenstrukturen in
der Gegend gab, zeigte sich darin, dass die alten "Urpfarreien" über die neu
geschaffenen Bistumsgrenzen hinaus eine Reihe von Pfarrrechten weiterhin
unterhielten (z.B. Lobeda, Wenigenjena usw.). Die Stadt war direkt dem Dekanat
Oberweimar innerhalb des Archidiakonat Beatae Mariae virginis in Erfurt
zugeordnet. Das ab 1909 eingemeindete Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum
Naumburg, obwohl im Mittelalter Jena auch die Pfarrrechte in Wenigenjena und
Camsdorf besaß. 1252 wird erstmals ein Geistlicher in Jena erwähnt. 1523 wurde
die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten. Es kam zu schweren
Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Richtungen der reformatorischen
Bewegung (Lutheraner, Flacianer usw.), infolgedessen die Reformation schnell Fuß
fasste und Jena zu einem Zentrum des Luthertums als neuer Weltanschauung wurde.
über lange Zeit war Jena eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend
war das lutherische Bekenntnis, zumal Martin Luther mehrmals persönlich in Jena
weilte. Anstelle des Papstes hatte der Landesherr die Führung der sogenannten
"ev. luth. Landeskirche" übernommen. Damit teilte die Kirche in Jena die
Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die "Evangelisch-Lutherische Kirche des
Großherzogtums Sachsen", zum dem Jena seit dem 18. Jh. gehörte (damals noch
Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich nach 1920 mit den anderen Landeskirchen
Thüringens zur "Thüringer Evangelischen Kirche" zusammen. 1948 nannte sie sich
in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Jena ist Sitz einer
Superintendentur der Landeskirche innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen
Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden
evangelisch-lutherischen Pfarrämter Jenas gehören somit alle zur
Superintendentur Jena.
Spätestens seit dem 19. Jh. zogen auch wieder Bürger mit katholischem Bekenntnis
in die Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche "St.
Johannes Baptist", der ältesten noch stehenden Kirche Jenas, in der bis zur
Reformation neben der Hallenkirche St. Michael, Amtshandlungen (vor allem
Beerdigungen) vorgenommen wurden, welche dann aber verfiel. Die kleine
katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die
Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder errichtet.
Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut, wobei damals ein
Längsschiff Richtung Westen gebaut wurde und der Altar in eine neue Apsis im
Westen verlegt wurde. Durch Vertreibung und Verfolgung waren nach dem Zweiten
Weltkrieg mehr als 14.000 Katholiken in Jena. Die Pfarrkirche hatte zum
damaligen Zeitpunkt sowenig Kapazität, dass trotz acht Sonntagsgottesdiensten
und Außenstellen in den umliegenden Dörfern nicht alle Gottesdienstbesucher
Platz fanden. Darum baute man 1957–1959 den Altar wieder aus der Apsis im
Westen aus und stellte ihn in den damaligen Eingangsbereich im Osten. Dafür zog
man in der ehemaligen Apsis eine Empore ein. Die Apsis ist heute noch an ihren
schön gestalteten Chorfenstern zu erkennen. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde
zum Gebiet des Bistums Paderborn.
Mit dem Preußischen Konkordat von 1929 kam die Gemeinde in Jena zum Bistum
Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg geschah die Verwaltung der Gemeinde in Jena
durch einen Generalvikar mit Sitz in Erfurt. Mit der 1973 erfolgten Einrichtung
des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen und der Erhebung von 1994 zum Bistum
Erfurt wurde der Erfurter Bischof für Jena zuständig. Die Pfarrgemeinde in Jena
gehört somit heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Da einige
später eingemeindete östliche Ortsteile dem Gebiet des Bistum Dresden-Meißen
zugehören, ist der Pfarrer der Jenaer Gemeinde zusätzlich Kaplan der
benachbarten Stadtrodaer Gemeinde, um auch offiziell die Katholiken
seelsorgerisch betreuen zu können, die hinter der Bistumsgrenze leben. Die
Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas und ist mit ca. 5000 Mitgliedern
eine der gröten Pfarreien im Bistum Erfurt und eine der gröten Diasporagemeinden
in Ostdeutschland.
Darüber hinaus gibt es auch noch Gemeinden, die zu den Freikirchen gehören,
darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Gemeinde der
Evangelisch-methodistischen Kirche, die Adventgemeinde, die Selbständige
Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda.
Neben den christlichen Kirchen gibt es aber auch noch eine kleine jüdische
Gemeinde. Sie hat ca. 150 Mitglieder und ist in den letzten Jahren durch den
Zuzug jüdischer Menschen aus Russland entstanden. Die Gemeinde ist noch nicht
als selbstständig anerkannt worden und wird deshalb von der Erfurter Gemeinde
betreut. Die Gemeinde hat ein kleines Gemeindezentrum, aber keine Synagoge.
Politik
Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunächst den Beamten der Lobdeburgischen
Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317
von zwei Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat
dreigeteilt. 1540 führte der Kurfürst von Sachsen eine neue Städteordnung ein.
Es gab mehrere Bürgermeister doch ab 1604 nur noch einen Bürgermeister an der
Spitze der Stadt. Ab 1892 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister.
Der Rat wurde von der Bevölkerung gewählt. Ab 1933 wurde der Oberbürgermeister
von der Partei eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische
Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde
vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als
Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums
ist der "Stadtratsvorsitzende". Das Gremium wählte anfangs auch den
Oberbürgermeister. Seit 2000 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.
Dem Oberbürgermeister stehen drei vom Stadtrat gewählte Dezernenten zur Seite.
Derzeit amtieren Frank Schenker (CDU, Soziales und Kultur) und Frank Jauch (SPD,
Finanzen, Ordnung, Sicherheit). Das Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt
wird momentan von Katrin Schwarz (Bürger für Jena) geleitet.
Jena unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
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Lugoj, Rumänien – seit 1983, erneuert 1993 |
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Erlangen, Bayern – seit 1987 |
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San Marcos, Nicaragua – seit 1996 |
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Aubervilliers, Frankreich – seit 1999 |
Museen
Im Stadtmuseum Göhre gibt es neben einem Museum zur Stadtgeschichte auch
Wanderausstellungen. Das Schott GlasMuseum bietet Einblicke in die Produktion
und Verwendung von Glas sowie über den familiären Hintergrund von Dr. Otto
Schott, dem Begründer des Jenaer Glaswerks und Erfinder des feuerfesten Glases.
Im Optischen Museum findet man eine Ausstellung zur Geschichte und der
Funktionsweise optischer Geräte, wie Brillen oder Mikroskope. Biologische
Ausstellungen findet man im Phyletischen Museum und im Botanischen Garten.
Literarische Ausstellungen sind im Romantikerhaus und in der Goethe-Gedenkstätte
zu finden. Es gibt in der Gemeinde Cospeda eine Gedenkstätte zur Schlacht bei
Jena und Auerstädt. Ferner gibt es die Imaginata, eine Ausstellung zum Greifen
und Begreifen physikalischer Phänomene im Alten E-Werk. Die Einrichtung ist
besonders für Kinder und Jugendliche geeignet, aber auch Erwachsene lernen nie
aus.
Wanderaustellungen sind nicht nur in der Göhre, sondern auch in der Schott-Villa
oder dem Prinzessinnenschloss zu finden.
Denkmäler
Napoleonstein auf dem ehemaligen Panzerplatz
Napoleonstein auf dem ehemaligen Panzerplatz
In Jena gibt es mehrere Holocaustdenkmäler. Unter anderem hängen an der B 7
mehrere Gedenktafeln für die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald, die
hier auf ihrem Todesmarsch zum Ende des zweiten Weltkrieges vorbeigekommen sind.
Am Westbahnhof hängt eine Gedenktafel, da von hier die Juden, Roma und Sinti in
die Züge für die Konzentrationlager verladen wurden. Ein Denkmal steht an der B
7 zwischen Johanniskirche und Friedenskirche. Auf dem Stein steht der Spruch
"Den Toten zum Gedenken, den Mördern zur Schande, den Lebenden zur Mahnung".
Zu den wichtigsten Kriegsdenkmälern gehört ein Soldatendenkmal auf dem
Nordfriedhof, sowie das Denkmal auf dem Friedensberg.
Für die Ballade "Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe wurde zwischen Kunitz
und Wenigenjena das Erlkönigdenkmal errichtet.
Auf den Hügeln zwischen Cospeda und Jena steht auf einem der ehemaligen
Schlachtfelder von der Schlacht von Jena-Auerstedt der Napoleonstein.
"Sieben Wunder" von Jena
In Jena gab es sieben sogenannte Wunder, mit denen die Stadt schon im 17. Jh.
über ihre Grenzen hinweg warb. Heute sind noch fünf dieser damaligen Wunder
vorhanden (alle außer Pons und Domus). Der lateinische Merkspruch, den man
damals als Student der Jenaer Universität schon hatte auswendig kennen sollen,
lautet: "Ara, caput, draco, mons, pons, vulpecula turris, Weigeliana domus,
septem miracula Jenae" (Altar, Kopf, Drachen, Berg, Brücke, Fuchsturm,
Weigelsches Haus, die sieben Wunder Jenas).
"Die Adern von Jena"
Die "Adern von Jena" sind ein landschaftsarchitektonisches Projekt in
Jena-Paradies und offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau
Gera-Ronneburg 2007.
Archive
* Stadtarchiv
* Unternehmensarchiv SCHOTT JENAer GLAS GmbH
* Unternehmensarchiv Carl Zeiss Jena GmbH
* Archiv der Friedrich-Schiller-Universität Jena
* Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk"
Bauwerke
JenTower in Jena
Stadtmauer zwischen Johannisturm und Pulverturm in Jena.
Stadtmauer zwischen Johannisturm und Pulverturm in Jena.
Marktplatz Jena
Marktplatz Jena
Anatomieturm Jena
Anatomieturm Jena
Stadtzentrum vom Jentower am Morgen (Hohe ca. 130m)
Stadtzentrum vom Jentower am Morgen (Hohe ca. 130m)
Das markanteste Gebäude in Jena und Wahrzeichen ist der JenTower (im Volksmund
Uniturm oder "Keksrolle"), das höchste Bürogebäude in den neuen Bundesländern.
Daneben gibt es noch den alten, nicht mehr in Betrieb stehenden Fernsehturm auf
dem Landgrafen, und die Turmüberreste der alten Stadtmauer. Dazu gehören der
1995 bei Sanierungsarbeiten eingestürzte (aber inzwischen wieder aufgebaute)
Rote Turm am Süd-östlichen Ende, der Anatomieturm, in dem Johann Wolfgang von
Goethe geforscht hat und mit Christian Justus Loder den Zwischenkieferknochen
entdeckte, am Süd-westlichen Ende und das Johannistor am westlichen Ende des
alten Stadtkerns. Vom Johannistor verläuft ein kurzes Mauerstück, auf dem das
sog. Haus auf der Mauer steht, bis hin zum ehemaligen Pulverturm im Nordwesten
des Stadtkerns.
Innerhalb des Stadtkerns findet man das Collegium Jenense, ein altes
Universitätsgebäude, das in einem ehemaligen Kloster eingerichtet wurde. Am
historischen Marktplatz befindet sich neben dem historischen Rathaus mit dem
Schnapphans auch die Göhre, in der sich das Stadtmuseum befindet. Auf dem
Marktplatz steht ein Denkmal von Johann Friedrich I., dem "Großmütigen", dem
Begründer der Jenaer Universität. In Jena wird er auch "Hanfried" genannt. Am
Nordöstlichen Ende liegt das Universitäts-Hauptgebäude. Es wurde 1905–1908
erbaut. An seiner Stelle stand bis dahin das alte Jenaer Stadtschloss, das
eigens dafür abgerissen wurde. An das Schloss erinnert heute nur noch der alte
Schlossbrunnen im Innenhof.
Im Norden des Stadtzentrums liegt die neu erbauten Thüringer Universitäts- und
Landesbibliothek (kurz ThULB). Das Gebäude enthält fast alle Bibliotheken der
Friedrich-Schiller Universität, sowie eine große Restaurierungs- und
Digitalisierungswerkstatt. Links neben der ThULB, in nördlicher Richtung, findet
sich der Botanische Garten und gleich dahinter das am 18. Juli 1926 eröffnete
Zeiss-Planetarium. Es ist das älteste erhaltene Planetariumsgebäude. Nach dem
Planetarium kommt das Griesbachsches Gartenhaus, auch Prinzessinnenschlöchen
genannt, mit einer großen Gartenanlage.
Im Westen des Stadtzentrums findet sich am Ernst-Abbe-Platz das erste deutsche
Hochhaus. Daneben befindet sich das Einkaufszentrum Goethe-Galerie, welche auf
einem ehemaligen Fabrikgelände des Carl-Zeiss-Kombinates erbaut wurde. Auf einem
der Gebäude zwischen Ernst-Abbe-Platz und der Galerie findet man eine kleine
Kuppel, wo die ersten Aufführungen des Planetariums durchgeführt wurden.
Durchquert man die Goethe-Galerie weiter Richtung Westen, so gelangt man auf
einen Platz, der an die Galerie, das Volkshaus, sowie dem alten Klinikgelände
Bachstraße grenzt. Auf dem Platz ist ein Denkmal in Form eines Tempels für Ernst
Abbe gebaut, welches mit seiner Dachkonstruktion den Jugendstil vertritt. Das
Volkshaus beinhaltet heute nicht nur Säle für diverse Veranstaltungen und
Aufführungen und die Probenräume der Jenaer Philharmonie, sondern auch einen
Großteil der Jenaer Stadtbibliothek, der Ernst-Abbe-Bibliothek.
Südlich des Stadtzentrums befindet sich das Schillerhaus mit Garten und dem
Theater, von dem heute nur noch der Bühnenraum steht. Im Schillergäßchen
befindet sich die Volkssternwarte Urania Jena. Hier werden regelmäßig
öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge angeboten.
Geht man vom Stadtkern aus in östlicher Richtung und überquert die Saale über
die neue Camsdorfer Brücke, so kommt man zum Gasthaus Grüne Tanne, dem
Gründungsort der Jenaische Burschenschaft, die heute als die Urburschenschaft
bezeichnet wird. Der Gasthof befindet sich heute im Besitz einer Burschenschaft.
Brücken
Jena ist durch die Saale geteilt, was mehrere Brücken erforderlich machte. Die
alte Camsdorfer Brücke, welche zu den sieben Stadtwundern gehört, wurde ab Juli
1912 abgetragen und bis November 1913 durch eine breitere ersetzt, um dem
stärker werdenden Verkehr gerecht zu werden. Die im Zweiten Weltkrieg durch die
Wehrmacht gesprengte Camsdorfer Brücke wurde 1946 mit Hilfe der sowjetischen
Armee wieder aufgebaut und musste auf Grund schwerwiegender Schäden im Jahr 2005
komplett saniert werden.
Lange Zeit war die Camsdorfer Brücke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare
übergang im Jenaer Stadtgebiet.
Weitere Brücken wurden erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erbaut. So waren es
die Schützenbrücke (seit 1882) und der Wiesensteg, die vor allem Bedeutung für
den Fußgängerverkehr hatten. Dies hatte mit der regen Bautätigkeit in
Obercamsdorf und Wenigenjena zu tun. 1927/1928 wurde die Schützenbrücke durch
die einige Meter stromaufwärts neu erbaute Paradiesbrücke ersetzt. Der
Wiesensteg bekam als Ersatz die etwas stromaufwärts gelegene Griesbrücke.
Zwischen dem Südviertel und der Oberaue befindet sich eine Fußgängerbrücke. Nach
Eingemeindung verschiedener umliegender Dörfer kamen die Brücke zwischen Zwätzen
und Kunitz sowie die Burgauer Brücke und die Mauaer Brücke dazu. In den 1980er
Jahren wurde zwischen Neu-Lobeda-West und Göschwitz eine weitere Brücke
errichtet. Erst in den 1990er Jahren wurde dann die Umgehung von Wenigenjena
fertiggestellt, die Jena-Ost mit der Innenstadt durch die Wiesenbrücke, (Jenzigweg/Löbstedter
Straße) verbindet.
Die Brücke in Burgau wurde, wie die übrigen Jenaer Brücken auch, 1945 gesprengt.
Sie ist heute, nach ihrem Wiederaufbau, für Kraftfahrzeuge gesperrt und
entspricht in ihrer bildlichen und konstruktiven Erscheinung dem
mittelalterlichen Vorbild. Der Autoverkehr wird über eine Neubaubrücke aus den
1990er Jahren geleitet. Für die Straßenbahn wurde in der Oberaue eine separate
Brücke errichtet. Nur in Burgau und an der Paradiesbrücke wurden vorhandene
Brücken aus den 1940er Jahren genutzt.
Burgen und Befestigungsanlagen
Lobdeburg bei Jena-Lobeda
Von den ehemaligen Burgen von Jena sind heute nur Ruinen oder kleine Teile
vorhanden. Die südlichste Burg ist die obere Lobdeburg. Die untere Lobdeburg
befindet sich direkt in Lobeda. Eine weitere Burg der Lobdeburger befand sich in
der Ortslage Burgau. Auf dem Johannisberg (zwischen Lobeda und Wöllnitz)
befinden sich gleich mehrere Befestigungsanlagen. Die jüngste der Wallanlagen
stammt aus der Zeit des 7.-9. Jh. östlich des Stadtkerns befinden sich 4
ehemalige Befestigungsanlagen. Der Fuchsturm ist übrig gebliebener Turm der aus
dem 12. Jahrhundert herrührenden Burganlage Kirchberg. Von West nach Ost findet
man die Reste der Burgen Greifberg, Königspfalz Kirchberg (10. Jahrhundert),
Burg Kirchberg (12.Jh.) und Windberg. Weiter nördlich, auf dem Jenzig befindet
sich eine Steinzeitliche Wallanlage. Im Norden findet man die Ruine Kunitzburg,
eigentlich Burg Gleisberg, ehemaliger Sitz von Reichsministerialen.
In Jena selbst befand sich auf dem Gelände des heutigen Hauptgebäudes der
Friedrich-Schiller-Universität das Stadtschloß, welches von 1670 bis 1692
Regierungssitz des Herzogtums Sachsen-Jena war. Dieses musste dem
Universitätsneubau weichen, der 1908 anlässlich des 350-jährigen
Universitätsjubliläums eingeweiht wurde.
Kirchen
evangelische Stadtkirche "St. Michael" im Stadtzentrum
Im Stadtzentrum befindet sich die spätgotische dreischiffige Stadtkirche St.
Michael, die evangelische Parochialkirche (Hauptkirche) Jenas. Ihr Vorgängerbau,
eine altromanische Pfarrkirche, erfuhr mehrere Umbauten; die gröten wurden bei
der 1301 erfolgten Errichtung des Zisterzienser-Nonnenklosters (heute nicht mehr
existent) vorgenommen. über das Alter dieses Vorgängerbaus gibt es
unterschiedliche Lehrmeinungen. Höchstwahrscheinlich ist er infolge der
Entstehung der deutschen Marktsiedlung im 12. Jahrhundert entstanden, als
Nachfolger der heute in Wenigenjena stehenden Kirche. Die heutige Hallenkirche
wurde nach zwei Vorgängerbauten 1380 - 1506 (Fertigstellung des Langhauses)
errichtet; der Turm wurde von 1486 - 1557 erbaut. Sie gilt als gröte
Hallenkirche Ostthüringens. Martin Luther hatte hier mehrmals gepredigt; sein
Grabstein (aber nicht sein Grab) befindet sich seit 1571 hier. Erwähnenswert ist
die restaurierte renaissance Einzeigeruhr der Kirche.
Teile der römisch-katholischen Kirche St. Johannes Baptist im Stadtzentrum in
der Wagnergasse bestehen bereits seit dem 9. Jahrhundert. Daher gilt die Kirche
als eine der ältesten Jenas.
Nahe der katholischen Kirche steht die ehemalige Garnisonskirche Friedenskirche,
eigentlich Johann-Georgs-Kirche. Nachdem Jena 1672 Hauptstadt des Herzogtums
Sachsen-Weimar wurde, erbaute man 1686 - 1693 auf Anraten Johann-Georgs II.,
Herzog von Sachsen-Eisenach, die Kirche auf dem Gelände des alten
Johannisfriedhofes. Sie wurde nach ihrem Begründer benannt.
Eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte spielten weitere Kirchen, wie z.B.
die Kollegienkirche, welche die Universitätskirche des Collegium Jenense war,
entstanden aus dem ehemaligen Dominikanerkloster am Südwest-Ende der Altstadt.
Unweit davon befand sich, am Engelplatz, das Karmeliterkloster. Für die
Reisenden und Kranken war vor allem die Kirche St. Nicolaus ein Ort des Gebetes,
die vor der Stadt im Bereich des heutigen Spittelplatzes stand.
Einer der Vorgängerbauten der Schillerkirche "Unseren lieben Frauen" St. Marien
war nach Meinung einiger Forscher die Kirche des alten "Jani", die auch 937 im
Zusammenhang mit der Burg Kirchberg erwähnt wird. Die ersten Teile der heutige
Schillerkirche wurden im 14. - 15. Jahrhundert errichtet; das Bau des Langhaus
wurde erst 1557 "provisorisch" beendet. Die Kirche erhielt ihren Namen, weil
hier am 22. Februar 1790 Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld getraut
wurden.
Die überbleibsel des Sitzes der ehemaligen Deutschordensballei Thüringen stellt
die Dorfkirche St. Marien in Zwätzen dar.
Die Kirche St. Peter in Lobeda ist wahrscheinlich die älteste Kirche im Gebiet
um Jena, da es sich hier um eine sogenannte Urpfarrei handelt, die bis zur
Reformation Zentrum des Dekanats Lobeda innerhalb des Bistums Naumburg war.
In der Kirche in Drackendorf befindet sich die Grabstätte der Familie von
Ziegesar, engen Freunden von Goethe. Ebenfalls predigte hier der "Vogelpastor"
Christian Ludwig Brehm.
Nach neuesten Forschungen entstand aus dem im 9. Jahrhundert erwähnten Liuthraha
der Ort Leutra mit der ehemaligen Wehrkirche im Leutratal.
Friedhöfe
Den ältesten Friedhof in Jena hat man im Bereich der Kirche "Unserer lieben
Frauen" in Wenigenjena entdeckt. Er reicht ins 9. Jahrhundert zurück. Daher wird
von Stadtarchäologen Matthias Rupp angenommen, dass in Wenigenjena der Ursprung
und das erste Siedlungsgebiet Jenas liegt.
Der gröte Friedhof in Jena ist der Nordfriedhof, an zweiter Stelle steht der
Ostfriedhof (1912 eingeweiht). Daneben gibt es noch den historisch interessanten
Johannisfriedhof, der wahrscheinlich im Zuge der planmäßigen Stadtanlage Jenas
außerhalb der Stadtmauern errichtet und seit dem Mittelalter genutzt wurde. Im
Laufe des 19. Jh. wurde er zu klein für die expandierende Stadt, und so wurde
der Grundstein für den Nordfriedhof gelegt; der Johannisfriedhof wird seit 1978
nur noch als Park genutzt. Auf seinem Gelände befindet sich die Friedenskirche.
Der Johannisfriedhof erstreckte sich früher auch bis zur katholischen Kirche,
jedoch wurde er durch den Bau der heutigen Bundesstraße B7 nach Weimar stark
verkleinert.
Weitere Friedhöfe finden sich in den jeweiligen eingemeindeten Dörfern.
In den Kirchen der Stadt finden sich vor allem Grabgelege der Pastoren und
vornehmen Herren der Stadt Jena. So gab es diese in St. Michael, in der
Kollegienkirche, dem Karmeliterkloster, im Hospital und zu St. Nicolaus.
Parks
* Volkspark Oberaue
* Botanischer Garten
* Grießbachscher Garten
* Friedensberg mit Kriegerdenkmal
* Goethepark in Jena Drackendorf
* Schillers Garten mit Häuschen Gartenzinne (1740 / 1798, heute Nachbau von
1979), in dem er Teile des Wallenstein schrieb.
* Park an der Leutra in Jena-West.
* Lobdepark in Jena-Lobeda-Ost.
Regelmäßige
Veranstaltungen
* März / April: Schwarzbiernacht
* April / Mai: Cellu l'art Kurzfilmfest
* Mai: Brunnenfest am Romantikerhaus
* Juni: Museumsmarkt auf dem Marktplatz
* Juli bis August: Kulturarena - sechswöchiges Open-Air-Musikfestival im Zentrum
* September: Jenaer Jazztage
* September / Oktober: Altstadtfest
* Oktober / November: Irische Tage
* November: Theater in Bewegung - internationales Tanz- und
Bewegungstheaterfestival (alle 2 Jahre)
* Dezember: Weihnachtsmarkt
Freizeit- und Sportanlagen
Haupttribüne des Ernst-Abbe-Sportfeldes
In Jena befinden sich mehrere Sportplätze. Der gröte ist das
Ernst-Abbe-Sportfeld, die Heimspielstätte des FC Carl Zeiss Jena, mit einer
Kapazität von 12.000 Zuschauern. Dazu kommen der Post-Sportplatz in Jena-Ost,
neben dem Ostbad und ein Sportplatz in Jena-Zwätzen. In Lobeda-West besteht ein
Sporthallenkomplex mit einer Zuschauerkapazität von 1.000 Zuschauern. Dazu
kommen Sporthallen diverser Schulen, sowie der Sporthallenkomplex des TuS-Jena
gegenüber dem Ernst-Abbe-Sportfeld. Dieser wird auch vom Sportgymnasium genutzt.
Für Hunde befindet sich in der Nähe des Landgrafen eine Trainingsanlage.
Früher existierte im Stadtzentrum das Volksbad, ein Hallenbad und Saunakomplex
am Busbahnhof. Dieser wurde nach der Errichtung des Freizeitbades Galaxsea in
Jena-Winzerla stillgelegt. Danach wurden hier Theateraufführungen und Diskos
veranstaltet. Es gibt Pläne, das Volksbad zu einem Kur-Komplex mit
angeschlossenem Ärztehaus auszubauen. Ein weiteres Hallenbad existiert in
Lobeda-West. Dieses wird hauptsächlich vom Schulsport und von Vereinen genutzt.
Jena verfügt mit dem "Galaxsea" über ein eigenes Freizeitbad. Dieses besitzt
neben einigen Spaßbecken auch ein Sportbecken, welches auch von Vereinen und
Schulen genutzt wird. Auf dem Gelände des Freizeitbades wird im Winter eine
mobile Eislaufhalle aufgestellt.
Auf der Saale wird in der warmen Jahreszeit Wassersport in Form von Kanu-,
Kajak- und Ruderbootfahren betrieben. Die gröten Clubs diesbezüglich sind am
gegenüberliegenden Saaleufer vom Stadion angesiedelt. Hier ist auch eine
Slalomstrecke auf dem Fluss installiert.
Im Stadtteil Münchenroda befindet sich der Golfplatz des Golfclubs Weimar-Jena
e.V.
Der Flugsport ist am Flugplatz Schöngleina angesiedelt. Gelegentlich nutzen
Hängegleiter-, Gleitschirm- und Motorschirmflieger die Hänge um Jena zum Starten
und Fliegen. Das Paradies wird bei gutem Wetter als Start- und Landezone für
Heißluftballonfahrten und deren Rallyes genutzt.
Nachtleben
Wichtiges Zentrum des Jenaer Nachtlebens ist die Wagnergasse und ihre nähere
Umgebung; hier sind vor allem Kneipen und Cafés angesiedelt. Unterhalb des
Westbahnhofes befindet sich der Jugendclub Kassablanca, in dem seit Anfang der
90er Jahre viele Künstler auftreten konnten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt ist ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Fernstrecke München–Nürnberg–Halle/Leipzig–Berlin
und die Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar–Glauchau (auch Weimaer-Geraer
Bahn, "Holzlandbahn"). Jena verfügt über drei Bahnhöfe und drei Haltepunkte.
Alle Züge in Ost-West-Richtung fahren über den Haltepunkt "Neue Schenke" am
südöstlichen Rand der Stadt, den Bahnhof Göschwitz (Saale) und den Bahnhof Jena
West (Westbahnhof genannt, früher Weimar-Geraer Bahnhof). Die Verbindungen in
Nord-Süd-Richtung (Saalbahn) verlaufen über den Haltepunkt Jena-Zwätzen, den
Saalbahnhof (bis 2001 der Fernverkehrshalt Jenas), den Haltepunkt Jena Paradies
(ICE/IC/EN-Halt) und den Bahnhof Göschwitz (Saale). Die beiden Bahnstrecken
treffen sich weit außerhalb des Stadtzentrums am Bahnhof Göschwitz , der in den
1970er und 1980er Jahren als Hauptbahnhof geplant war. Am 12. Juni 2005 wurde
der neu errichtete, moderne ICE-Bahnhof Jena Paradies eröffnet, der die ab 2001
genutzten, provisorischen Holzbahnsteige ablöste.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahn- und Buslinien
der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft mbH (JeNah). Das Straßenbahnnetz bereichern
auch zwei Nachtlinien, die im 30- (selten 40-) Minuten-Takt, teilweise rund um
die Uhr, verkehren. Einige Ortschaften können nur mit dem überregionalen
Personennahverkehr der JES Verkehrsgesellschaft mbH erreicht werden, was aber
oftmals nur Mo-Fr bzw. an Schultagen morgens/nachmittags möglich ist.
Aufgrund mehrerer Staustufen ist die Saale bei Jena heute nicht mehr schiffbar.
Früher war hier ein Anlegepunkt für kleinere Transportschiffe und durch Jena
wurde das Holz aus dem Thüringer Holzland geflöt.
Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 4
Erfurt–Dresden. Die Stadt hat Anschlussstellen in Jena-Göschwitz und
Jena-Lobeda. Ferner führen die Bundesstraße 7 und die Bundesstraße 88 durch
Jena.
Siehe auch Nahverkehr in Jena.
Wirtschaftsstandort
Jena gehört zu den drei Oberzentren Thüringens. Das heißt, es pendeln zum
Arbeiten mehr Arbeitnehmer nach Jena ein als von Jena weg. Außerdem wird Jena
neben Erfurt und Ilmenau als einer der drei Technologiestandorte Thüringens
bezeichnet. Die wirtschaftliche Stärke zeigt sich auch in den Arbeitslosenquote,
wo Jena mit 11,6% (Februar 2007) unter dem Landesdurchschnitt von 15,3% (Februar
2007) und unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer von 16,9% (Februar 2007)
liegt. Derzeit zählt Jena mit Potsdam und Dresden zu den ostdeutschen Städten
mit den geringsten Arbeitslosenquoten.
Ansässige Unternehmen
In Jena hat die Holz- und Papierherstellung lange Tradition. Heute gibt es
jedoch nur noch eine Papierfabrik in Porstendorf.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig.
Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten und die Entwicklung des
Planetariums sind die ansässigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer
GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland
neu gegründet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen
Großteil des Know-hows, in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre
Besatzungszone. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung die Demontage der
Industrie und deren Deportation nach Russland. Anfangs baute die Jenaer
Bevölkerung die Städtische Industrie selbst per Hand wieder auf, bis auch die
russischen Besatzer die neugegründete DDR durch Wiederaufbau stärkte, um sie
gegen die Bundesrepublik Deutschland zu wappnen. Später entstand das Kombinat
VEB Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat
umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit in Jena ein pharmazeutischer
Zweig in Form der Jenapharm.
Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, welches fast alle
optischen Unternehmen innerhalb der DDR innehatte, privatisiert. Carl Zeiss
Oberkochen übernahm die Verantwortung für das optische Kerngeschäft. Für den
überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht – und mit
Lothar Späth gefunden. In Jena entstand somit die Carl Zeiss Jena GmbH als
Tochterunternehmen von Zeiss Oberkochen und die Jenoptik GmbH als
Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit Späth an der Spitze. 1996 wagte
die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse.
Inzwischen hat sich die optische Industrie in Jena ausgezeichnet entwickelt:
eine Vielzahl hoch innovativer neuer Unternehmen ist entstanden, die den
Weltmarkt mitbestimmen und teilweise sogar anführen. Die Interessen der
Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der Optischen Technologien werden vom
Firmenverbund OptoNet e.V. vertreten. Im Zuge der erfolgreichen Bewerbung als
BioRegion haben sich außerdem zahlreiche Biotechnologieunternehmen gegründet.
Mit der Intershop Communications AG entstand eine Firma zur Entwicklung von
Software für den sogenannten eCommerce. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind
heute nur noch ein kleiner Teil an Mitarbeitern übrig geblieben. Der Name
Intershop ist eine Anspielung auf die Intershop-Läden in der DDR, in denen
Westware gegen Westgeld verkauft wurde. Daneben sind auch einige kleine
Unternehmen im Bereich des Internethandels tätig. Sie sind zum Teil mit
ehemaligen Mitarbeitern von Intershop Communications AG gegründet worden.
Die Firma VEB Jenapharm suchte nach der Wende zur Privatisierung einen Käufer
und fand diesen in der Gehe AG und wurde dann später durch die Schering AG
übernommen. Eine ganze Reihe pharmazeutischer Institute und Firmen haben sich in
deren Umfeld in Jena angesiedelt. Sie hat sich als Marktführer im Bereich der
oralen Kontrazeptiva in Deutschland etabliert.
Im Bereich Sicherheitstechnik hat der US-amerikanische Crossmatch-Konzern seit
der übernahme der britischen Smiths Heimann Biometrics-Gruppe (SHB) im August
2005 eine Zweigstelle in Jena. Hewlett Packard, zuvor schon Kooperationspartner
von Intershop Communications, hat nach dem Kauf eines Online-Bilder-Dienstes
2005 eine Niederlassung in der Stadt.
Medien
In Jena gibt es Lokalredaktionen der Tageszeitungen Ostthüringer Zeitung (OTZ,
hervorgegangen aus dem Zentralorgan der SED im Bezirk Gera ("Volkswacht") und
der auflagenschwächeren Thüringische Landeszeitung (TLZ). Beide gehören der
Zeitungsgruppe Thüringen (WAZ-Konzern) an. Der Offene Kanal Jena, ein
Radiosender, sendet seit 1998 auf 103,4 MHz (UKW) und im Kabel auf 107,90 MHz.
Weiterhin gibt es einen TV-Sender JenaTV, der seit 1998 Bewegtbild-Nachrichten
in und aus Jena ins lokale Kabelnetz einspeist. Des Weiteren erscheinen an der
Friedrich-Schiller-Universität Jena, der FH Jena und an einigen Gymnasien die
Studentenzeitungen Akrützel, Die Wurzel und Unique. Abgerundet und geprägt wird
die Jenaer Medienlandschaft seit 2003 durch das Studentenradio von Universität
und FH: Campusradio Jena.
Öffentliche Einrichtungen
In Jena befindet sich eine Dienststelle des Deutschen Patent- und Markenamts,
dessen Hauptsitz in München ist.
Bildung und Forschung [Bearbeiten]
Friedrich-Schiller-Universität, Innenhof mit Cafeteria
Friedrich-Schiller-Universität, Innenhof mit Cafeteria
In der Saalestadt haben sich in Nachbarschaft zu der traditionsreichen
Friedrich-Schiller-Universität und der 1991 gegründeten Fachhochschule Jena
zahlreiche Institute und kleine Biotechnologie-Unternehmen angesiedelt, die
Grundlagenforschung betreiben oder medizinische Instrumente entwickeln. Viele
akademische Institute und Startup-Unternehmen sind am Beutenberg Campus
angesiedelt. Jena gehört zum BioRegio-Verbund und betreibt ein
Bioinstrumentezentrum zur Förderung von Biotech-Unternehmen. Jena ist die
einzige Stadt im Freistaat Thüringen mit einer Volluniversität und besitzt
außerdem eine Fachhochschule. In Jena werden derzeit 26.000 Studenten
ausgebildet.(Stand 2006)
weitere Forschungseinrichtungen::
* Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie –
Hans-Knöll-Institut e.V. - (HKI)
* Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI, früher
IMB)
* Max-Planck-Institut für Biogeochemie
* Max-Planck-Institut für chemische Ökologie
* Max-Planck-Institut für Ökonomik
* Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF)
* Institut für Photonische Technologien (IPHT; bis zum 1. 3. 2007 Institut für
Physikalische Hochtechnologie)
* Friedrich-Loeffler-Institut: Institute für bakterielle Infektionen und
Zoonosen sowie für molekulare Pathogenese
Besondere Schulen
Schulwesen und Reformpädagogik haben in Jena lange Tradition. Mitte des 19.
Jahrhunderts wirkte der Pädagoge Karl Volkmar Stoy hier. Im Sommer 1853 ist er
mit einer gesamten Schule durch die Landschaft gezogen und hat so den Wandertag
erfunden. Die von ihm 1844 gegründete Schule war eine der Ersten mit angebauter
Turnhalle. Heute trägt ein Berufsschulzentrum seinen Namen. Anfang des 20.
Jahrhunderts gründete Hermann Pistor eine Fachschule für Augenoptik und der
Pädagoge Peter Petersen entwickelte das Jena-Plan-Modell an der Universität in
der Stadt und in einer eigenen Universitäts-Schule.
Die erste deutsche Montessorischule wurde zu Pfingsten 1923 in der ehemaligen
Grundschule von Wenigenjena gegründet. Sie bestand bis 1929 und wurde dann von
der nationalsozialistisch bestimmten Landesregierung von Thüringen geschlossen.
Neben der Jenaplanschule, die gleich nach der Wende im Ziegenhainer Tal
wiedererstand, gibt es auch wieder eine Montessorischule in Jena. Weiterhin
existieren heute eine Freie Waldorfschule im Süden und eine Europaschule im
Stadtteil Alt-Lobeda. Die Integrierte Gesamtschule "Grete Unrein" entstand 1991
als ein Sondermodell mit der Umwandlung der Erich Weinert-Schule an der Leutra
zur Grundschule.
In Jena befinden sich das Spezialgymnasium "Carl-Zeiss", mit Schwerpunkten auf
Mathematik und Naturwissenschaften, und "Johann Christoph Friedrich GutsMuths
Gymnasium" im Bereich Sport. Unter landeskirchlicher Trägerschaft steht das
Christliche Gymnasium Jena.
Derzeit werden die Realschule Ostschule und das Adolf-Reichwein Gymnasium im
Gebäude des Gymnasiums zu einer Kooperativen Gesamtschule vereint. Grund dafür
sind die zurückgehenden Schülerzahlen.
Justiz
Justizzentrum
* Thüringer Oberlandesgericht: Das Oberlandesgericht Jena wurde 1877 von den
Thüringischen Staaten (ohne Schwarzburg-Sondershausen) als einzige gemeinsame
Institution gegründet. Es ersetzte das Oberappellationsgericht, welches die
Ernestinischen Herzogtümer schon 1816 eingerichtet hatten. Nach der
Neugliederung der Gerichte in der DDR wurde es 1952 aufgelöst. Die
Wiedererrichtung als Thüringer Oberlandesgericht erfolgte 1993.
* Thüringer Generalstaatsanwaltschaft
* Amtsgericht
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
* 1590, Johann Matthäus Meyfart, Rektor, Professor für Theologie, Pfarrer,
Dichter ("Jerusalem, du hochgebaute Stadt")
* 1634, Adrian Beier der Jüngere, Jurist und Professor der Rechtswissenschaft
* 1761, 28. Oktober, August Batsch, Botaniker
* 1785, Sylvie von Ziegesar, Vertraute von Johann Wolfgang von Goethe
* 1814, 19. Juli, Ludwig Karl Wilhelm von Gablenz, österreichischer General.
* 1881, 3. April, Hans Kniep, Botaniker
* 1883, Curt Unckel, Völkerkundler
* 1917, Otto Günsche, letzter Adjutant von Adolf Hitler
* 1891, 17. Januar, Walter Eucken, Ökonom und wichtiger Vertreter des
Ordoliberalismus
* 1911, 28. Juni, Bernhard, Prinz der Niederlande
* 1914, Konrad Buchwald, deutscher Botaniker, Naturschützer und Landesplaner.
* 1928 Rosemarie Schuder, Schriftstellerin
* 1934, Peter Ackermann, Künstler
* 1937, 18. September, Geert Müller-Gerbes, deutscher Journalist und
Fernsehmoderator
* 1940, 22. Januar, Tilo Medek, deutscher Komponist und Musikverleger
* 1942, 30. Juni, Klaus Renft, deutscher Musiker (u.a. Klaus Renft Combo)
* 1945, Ulrich Gumpert, deutscher Jazzmusiker und Komponist
* 1952, 22. September, Lutz Rathenow, Lyriker und Prosaautor
* 1954, Werner Büttner, Maler
* 1969, 16. Juli, Sahra Wagenknecht-Niemeyer, Politikerin der Linkspartei
* 1973, 17. November, Bernd Schneider, Fußballnationalspieler von Bayer 04
Leverkusen
* 1977, 24. August, Robert Enke, Torwart von Hannover 96
Berühmte Personen die in Jena gewirkt haben, aber nicht
dort geboren wurden
* Ernst Abbe, * 23. Januar 1840 in Eisenach; 14. Januar 1905 in Jena, Astronom,
Mathematiker, Physiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer
* Hans Berger, * 21. Mai 1873 in Neuses bei Coburg; 1. Juni 1941 in Jena,
Entdecker des Elektroencephalogramms (EEG)
* Hans Boegehold, * 28. Juli 1876 in Niederstüter (Westfalen); 14. Mai 1965 in
Jena, deutscher Mathematiker
* Alfred Brehm, * 2. Februar 1829 in Renthendorf (Thüringen); 11. November 1884
in Renthendorf, deutscher Zoologe und Schriftsteller
* Georg Buschner, * 26. Dezember 1925 in Gera; 12. Februar 2007 in Jena, DDR -
Fußballnationalspieler und Nationaltrainer von 1970 bis 1981
* Gottfried Cundisius, * 11. September 1599 in Radeberg; 25. Juli 1651 in Jena,
deutscher lutherischer Theologe
* Johann Gottlieb Fichte, * 19. Mai 1762 in Rammenau bei Bischofswerda; 27.
Januar 1814 in Berlin, deutscher Philosoph
* Gottlob Frege, * 8. November 1848 in Wismar; 26. Juli 1925 in Bad Kleinen,
Mathematiker, Logiker und Philosoph
* Samuel Fischer, * 1547 in Sankt Joachimsthal; 1600 in Jena, Pfarrer,
Superintendent und Professor
* Jürgen Fuchs, * 19. Dezember 1950 in Reichenbach im Vogtland; 9. Mai 1999 in
Berlin) Schriftsteller, Psychologe und DDR-Bürgerrechtler
* Johann Wolfgang von Goethe, * 28. August 1749 in Frankfurt am Main; 22. März
1832 in Weimar, Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann
* Ernst Haeckel, * 1834 in Potsdam; in Jena, Biologe und Philosoph
* Johann Friedrich Herbart *1776 in Oldenburg; 1841 in Göttingen; Philosoph,
Psychologe, Pädagoge ("Herbartianer")
* Richard Hodgson,* 24. September 1855 in Melbourne; 20. Dezember 1905 in
Boston, Massachusetts, USA, australischer Parapsychologe
* Friedrich Hölderlin, * 1770 in Lauffen am Neckar; 1843 in Tübingen, Lyriker,
studierte in Jena Theologie
* Jussuf Ibrahim, * 27. Mai 1877 in Kairo; 3. Februar 1953 in Jena bedeutender
Kinderarzt, Leiter des Kinderkrankenhauses "Jussuf Ibrahim"; nachdem seine
passive Haltung zur Euthanasie "lebensunwerten Lebens" während der NS-Zeit
bekannt wurde, löschte man im Jahr 2000 seinen Name aus dem Erscheinungsbild der
Stadt (Straße, Kindergarten, Klinik)
* Dietrich Georg von Kieser (1779-1862), deutscher Professor an der Universität
Jena, Mediziner und Psychiater
* Erich Kuithan (1875-1917) express. Maler (Gemälde in FSU und Volkshaus,
Straße)
* Walter Müller, * 30. September 1900 in Berlin; 24. Februar 1959 in
Sigmaringen, Gynäkologe, betrieb von 1933-1954 in Jena eine Klinik für
Frauenkrankheiten und Geburtshilfe
* Karl Marx, * 5. Mai 1818 in Trier; 14. März 1883 in London, politischer
Journalist, Ökonom und Revolutionär, Promotion in Jena (ohne Anwesenheit)
* Novalis, * 2. Mai 1772 auf dem Familiengut Oberwiederstedt; 25. März 1801 in
Weißenfels, Dichter
* Peter Petersen, * 1884; 21. März 1952 in Jena, war ein Reformpädagoge an der
Universität Jena
* Max Reger * 19. März 1873 in Brand (Oberpfalz); 11. Mai 1916 in Leipzig
* Adolf Reichwein * 3. Oktober 1898 in Bad Ems; 20. Oktober 1944 in Berlin
(hingerichtet) Widerstandskämpfer und Reformpädagoge, 1. Leiter der
Volkshochschule, Arbeiterbildungsheim
* Nikolaus von Reusner, * 2. Februar 1545 in Löwenberg, Schlesien; 12. April
1602 in Jena, Rechtswissenschaftler
* Friedrich Schiller, * 10. November 1759 in Marbach am Neckar, 9. Mai 1805 in
Weimar, Dichter und Schriftsteller
* Hans Schlag (1890-1970), deutscher Architekt (Planetarium, Optisches Museum,
Michaelskirche)
* Friedrich Schlegel, * 10. März 1772 in Hannover, 11. Januar 1829 in Dresden,
Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und übersetzer
* August Schleicher, * 19. Februar 1821 in Meiningen; 6. Dezember 1868 in Jena,
Sprachwissenschaftler
* Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, * 27. Januar 1775 in Leonberg, 20. August
1854 in Bad Ragaz, Schweiz, Philosoph
* Otto Schott, *17. Dezember 1851 in Witten an der Ruhr, 27. August 1935 in
Jena, Chemiker und Glastechniker
* Lothar Späth, *16. November 1937 in Sigmaringen, ehemaliger Ministerpräsident
von Baden-Württemberg, späterer Chef von Jenoptik, Umgestalter von Jena nach der
Wende
* Karl Volkmar Stoy, *1815 in Pegau;1885 in Jena, Pädagoge und einer der
bedeutendsten Vertreter des Herbartianismus
* Johann Ludwig Tieck, * 31. Mai 1773 in Berlin; 28. April 1853 in Berlin,
Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und übersetzer
* Johannes Trüper *2. Februar 1855; 1921 in Jena, Erzieher, Entdecker der
Heilpädagogik, Landerziehungsheim auf der Sophienhöhe in Jena
* Johann Bernhard Vermehren, Dr. phil. habil., *6. Juni 1777 in Lübeck;29.
November 1803 in Jena, Romantiker, Privatdozent an der Universität
* Carl Zeiss, *11. September 1816 in Weimar,3. Dezember 1888 in Jena, Mechaniker
und Unternehmer
* Lothar Zitzmann, *14. Februar 1924 in Kahla (Thüringen), Maler, war u.a. von
1948-51 an der Universität Jena tätig
* Hans G. Beck, *11. März 1930 in Blankenstein, Astronom
* Wilhelm Rein * 10. August 1847 in Eisenach; 19. Februar 1929 in Jena, Pädagoge
* Esther Morales-Cañadas * 25. Februar 1951 in Sevilla; spanische
Cembalovirtuosin und Musikwissenschaftlerin
Literatur
* Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte
Band II Mitteldeutschland. Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen
Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages,
Stuttgart, 1941
* J. H. Schultze: Jena. Werden, Wachstum u. Entwicklungsmöglichkeiten d.
Universitäts- u. Industriestadt. Verlag G. Fischer, Jena, 1955 (Detailliertes
Werk zur Planung der Stadtentwicklung; nur antiquarisch erhältlich)